Ein Tag in Washington

26. September 2017
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Nachdem wir irgendwie deutlich später und erschöpfter als gedacht in Washington bzw. auch tatsächlich in unserem Zimmer angekommen sind, hatten wir de facto nur den einen Tag in der Hauptstadt der USA. Natürlich hatten wir mit der Washington Mall und dem Weißen Haus die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste. Da wir aber auch rechts und links des Zentrums etwas sehen wollten, haben wir uns zu Fuß auf den Weg gemacht. Unsere Wohnung lag nur ca. 30 Minuten zu Fuß vom Zentrum entfernt, ganz entspannt.

Auf dem Weg haben wir uns im Supermarkt ein Frühstücks Sandwich samt Chips und Coke geholt und in einem ruhigen Park bzw. auf einem Spielplatz gefrühstückt. Unterwegs sind wir noch durch Washingtons kleines Chinatown gelaufen, bis wir schließlich an eine Kreuzung standen, die uns einen perfekten Blick auf das Capitol erlaubte, so haben wir dann auch spontan die Reihenfolge in der wir uns die Mall anschauen wollten festgelegt. Bevor wir aber zum Capitol gelaufen sind, sind wir an einem unauffälligen altem Monumentalbau vorbei gekommen, der mit National Archive beschildert war. Ahnungslos was sich drinnen verbirgt wollten wir mal einen Blick hinein werfen. Mehr im Scherz meinte ich zu Nicole, dass ja vielleicht die Unabhängigkeitserklärung oder die amerikanische Verfassung hier zu sehen sein könnten. Also rein, durch die Sicherheitskontrolle und schon fanden wir uns im Erdgeschoss im einem eher lahmen Museum über die amerikanische Geschichte wieder — nicht schlimm dachten wir, war ja gratis. Als wir uns schon wieder auf den Weg nach draußen machen wollten, sprang es mir ins Auge: 1st Floor: Constitution & Declaration of Independence. Pah! Ich wusste es doch ;–) natürlich haben wir uns diese beiden historisch bedeutsamen Dokumente noch angeschaut — auch wenn man sie nicht mehr so gut lesen konnte.

Nun aber auf zum Capitol. Die schnurgerade Constitution Ave. entlang und schon standen wir vor dem Sinnbild der amerikanischen Demokratie. Schon ein beeindruckender Bau, der stark an den römischen Petersdom erinnert. Ein paar lustige Schnappschüsse mit Capitol und zur anderen Seite dem Washington Monument später, sind wir umgedreht um den Rest der Mall zu erkunden. Da die Anlage deutlich größer war als wir dachten haben wir uns Fahrräder geliehen (8 $ für 24 Stunden) und sind in Richtung Washington Monument geradelt. Von dort haben wir dann einen Abstecher zum Weißen Haus gemacht, nach der unglaublichen Größe der gesamten Mall wirkt es tatsächlich winzig.

Anschließend ging es am World War II Memorial vorbei in Richtung Lincoln Memorial. Alles einfach nur imposant! Das WW II Memorial war ein sehr andächtiger und beeindruckender „Bau“. Rund um den großen Springbrunnen wurde hier den Opfern des Krieges gedacht. Dann aber kam „Abe“! Erstmal haben wir uns der Räder entledigt, um das Denkmal zu Fuß betreten zu können – kleiner Nachteil der Leihräder, man kann sie nicht abschließen… Wir hätten beide nicht gedacht, dass das Denkmal so riesig ist! Noch beeindruckender als die Statue selbst ist allerdings der Blick von dort über den Reflection Pool und die gesamte Mall hinweg! Muss man unbedingt gesehen haben.

Nachdem wir eine Weile den Ausblick von den Stufen der Halle über die Mall genossen hatten, haben wir uns „neue“ Räder besorgt und uns auf den Weg in Richtung George Town aufgemacht, um dort Nicoles Verwandte (über sehr viele Ecken) Susie zu treffen. Nach ca. 30 Minuten Radfahrt sind wir im wunderschönen Georgetown angekommen und auch Nicole hat mir geglaubt, dass es hier schön ist. Ich konnte es vorher aber auch nicht begründen, da ich das nur so vage im Kopf hatte, dass es ein schönes Viertel ist. Zum Glück hatte ich Recht behalten 😉 Viele kleine Cafés, Bars und Geschäfte luden entlang der M Street zum bummeln ein. Also wieder der Räder entledigt, denn zu Fuß war man hier besser unterwegs, das Netz an Leih- und Rückgabestationen für die Stadträder ist wirklich gut ausgebaut! Gestärkt mit Burgern und Milch Shakes haben wir dann Susie getroffen. Nachdem die Verwandtschaftsverhältnisse geklärt waren sind wir schnell ins plaudern gekommen und es war sehr schön zu hören, dass nicht alle Amerikaner hinter Trump stehen.

Als wir uns verabschiedeten war es bereits dunkel geworden (was hier übrigens im September schon gegen 8 Uhr der Fall ist, da es keine Sommerzeit gibt), die Geschäfte hatten aber noch geöffnet. Also erstmal ein bisschen stöbern und shoppen… um den Abend nach Ladenschluss ausklingen zu lassen, sind wir auf ein Bierchen in eine kleine Bar. Beim plaudern haben wir dann spontan Tickets für die Scorpions am Samstag Abend in New York gefunden und gleich bestellt 😉 Gegen 10 waren wir dann aber auch fix und fertig von dem langen Tag und haben uns per Uber auf den Weg nach Hause gemacht. Dummerweise haben wir erst zu Hause festgestellt, dass wir unsere Einkäufe in der Bar vergessen hatten 🙁 Nach einem kurzen Anruf, ob die Einkäufe noch dort wären, bin ich dann „schnell“ nochmal per Uber hin und zurück gefahren, alles gerettet! Dann hieß es auch gute Nacht, schließlich wartete am nächsten Tag die Fahrt nach New York auf uns!

Über

Hi, ich bin Johannes! Ich arbeite als IT Projektleiter bei MEHRKANAL in Essen und beschäftige mich auch in meiner Freizeit gerne mit IT Themen. Dabei interessieren mich sowohl die technischen Aspekte (aktuell GitLab CI, docker, RaspberryPi, Cloudcomputing, uvm.), aber auch methodische Themen wie Agilität, Produktentwicklung oder IT Outsourcing.

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